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08.09.2026 - Einige Tage danach

Es ist vollbracht. Diese Aussage ist leider nicht vollständig korrekt. Warum, das lest Ihr ein kleines Stückchen weiter unten.

Ich habe 16 Gipfel und 3 Zipfel erkundet, war in der größten und der kleinsten Stadt Deutschlands. Den ersten Teil meiner Tour legte ich radelnd auf meinem Pedelec zurück, fuhr dabei etwa 800 km weit in Richtung Brocken, Berlin und dann nach Norden. Nach dem durch die schwindende Gesundheit erzwungenen Ende des Radelns setzte ich meine Erkundungen später mit dem Auto und nur kurze Strecken mit dem Rad fort.

Ich traf jede Menge Menschen, die in ihrer Verschiedenheit auf ganz unterschiedliche Arten bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Da waren die Interessierten, die alles über meine Tour wissen wollten, meist erstaunt über die Idee waren, mir dann alles erdenklich Gute für das Unternehmen wünschten. Da waren die Hilfsbereiten, die, ohne überredet werden zu müssen, mir sofort mit Rat, Hinweisen und nützlichen Tipps, aber auch direkten Taten die verschiedensten Unterstützungen gaben. Vielen herzlichen Dank an Euch alle. Da waren auch die Offiziellen, die meist mit Hingabe und Redlichkeit ihren dienstlichen Pflichten nachkamen, Polizisten, Ärzte, Bahnmitarbeiter, Fährleute, Ranger, Naturkundestationsbetreiber, und sicherlich noch einige mehr. Da waren aber auch die Genervten, die Ungeduldigen, die, die immer in Eile sind, die sich wenig oder gar nicht für andere Menschen interessieren, denen das Wort „Miteinander“ noch fremd ist. Zum Glück waren diese eindeutig in der Minderheit. Und da waren auch noch die Betreiber von Herbergen, Pensionen, Hotels, Gasthöfen, Ferienwohnungen, die alle in sehr hohem Maße freundlich, hilfsbereit, entgegenkommend und auch geschäftstüchtig waren. Der ein oder andere ließ seinen Drang für gute Geschäfte manchmal weniger, manchmal mehr, deutlich erkennen.

Ich lernte eine Unmenge von Örtlichkeiten kennen, übernachtete in den qualitativ verschiedensten Unterkünften. Jugendherbergen werden in der Zukunft sicherlich nicht mehr zu den von mir gewählten Übernachtungsorten zählen. Insgesamt ist die Qualität und der Komfort im Durchschnitt doch auf ein sehr niedriges Niveau zu beschreiben, keine Einzelzimmer, sondern Mehrbettzimmer mit Mehrfachbelegungen, sanitäre Anlagen, Dusche/WC außerhalb des Zimmers auf dem Gang (einmal musste ich dazu jedes mal durch den Speisesaal gehen) und selten auf einem guten Standard bzw. oft nicht in einem erfreulichen Zustand waren leider keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass das Frühstücksbuffett meist doch etwas bescheiden genannt werden muss. Die Ausstattung der Zimmer ist ebenfalls spartanisch, kein TV oder Radio, wenig Schrank, wenig Tisch, wenig Steckdose, Bettwäsche selbst beziehen und abziehen, keine Handtücher. Und die Preise sind mit 40 bis 70 € kaum niedriger als Pensionen oder kleine Hotels. Einmal durfte ich mein Rad nirgends drinnen unterstellen, es musste im Freien übernachten.

Ferienwohnungen, Pensionen und auch Jugendherbergen verfügen meist über keinen Fahrstuhl und häufig musste ich mein gesamtes Gepäck treppauf schleppen. Hotels sind zwar etwas unnahbarer, distanzierter durch das Personal, aber von deutlich besserer Qualität, Ausstattung, Komfort und angenehmer. Diese meist nur wenige Euro mehr sind es jedenfalls wert.

Und dann sind da die Gipfel und Zipfel. Ich habe in allen 16 Bundesländern die höchste Erhebung erreicht. Sie sind selbstverständlich sehr extrem verschieden, was ganz natürlich ist. Manche liegen in geschlossenen Waldgebieten, manche sind etwas „platter“ und befinden sich auf einem Hochplateau, manche sind touristisch erschlossen, besonders die „niedrigen“ haben oft eine schmale, unebene, steile, schlechte Zuwegung. Ich habe mir für die Beurteilung aller Gipfel mal einige Punkte ausgedacht (20 sind es am Ende geworden). In diesen Kategorien habe ich dann an alle Gipfel eine Note (1-6) vergeben und daraus eine Platzierungsreihenfolge und Gesamtnote ermittelt. In meiner Tabelle habe ich nur das Vorhandensein und die Qualität davon eingetragen. Seht selbst:

Ich bin durch die größte Stadt Deutschlands, Berlin, geradelt. Dabei querte ich unzählige Straßen, beachtete unzählige Ampeln, konzentrierte mich auf den nicht enden wollenden Verkehr, war aber auch meist auf Rad- oder Parkwegen unterwegs. Die Wegeführung durch mein Navi war wunderbar und ohne Komplikationen. Ein echtes Erlebnis der positiven Art war die kleinste Stadt Deutschlands, Arnis, an der Schlei. Sie ist ein wirkliches Mini-Juwel mit ihren nur zwei Straßen und insgesamt 500 m Länge.

Und dann sind da noch die drei von mir besuchten Zipfel. Diese selbst in Augenschein zu nehmen, kann ich Interessierten nur empfehlen. Sowohl der nördlichste am Ellenbogen auf Sylt, der westlichste in Selfkant und der östlichste in Zentendorf sind liebe- und stilvoll gestaltet, gepflegt und laden zur Erkundung ein.

Nicht erreicht habe ich den südlichsten Punkt Deutschlands in der Nähe des Haldenwanger Eck südlich von Oberstdorf. Ich habe es nicht einmal probiert. Er liegt in knapp 2.000 m Höhe im alpinen Gebirge. Nach langer eingehender Beschäftigung mit der Lage und den Möglichkeiten des Erreichens, lesen von Berichten anderer, unterhalten mit Menschen, die schon dort in der Nähe waren, habe ich aus Gründen der Vernunft von der „Besteigung“ Abstand zu nehmen. Meine schlechte körperliche Verfassung lässt es einfach nicht zu. Egal aus welcher Richtung man den Weg angeht, muss man noch entweder weite Strecken oder viele Höhenmeter überwinden, meist beides, über Stock und Stein im teils unwegsamen hochalpinen Gelände. Und immer muss man über Kuhweiden führende offizielle Wanderwege bewältigen (Gatter auf und zu, durch die Kuhherde durch, Gatter wieder auf und zu). Der wahrscheinlich beste Weg führt direkt von Süden von Österreich aus vom Haus Sonnenfluh, etwas nördlich vom Ort Gehren gelegen, nach oben. Die Entfernung beträgt zwar nur ein wenig mehr als einen Kilometer, aber auf dem ersten knappen Kilometer müssen ca. 400 Höhenmeter bewältigt werden, durch Kuhweiden und über Wege, die als solche kaum zu bezeichnen sein sollen. Meine Tochter war in diesem Sommer dort vor Ort und meinte, dass ich keine Chance hätte, diese Strecke zu bewältigen. Vielleicht ist ja jemand von Euch neugierig geworden und nimmt die Herausforderung in Angriff. Ich bitte dann dringend darum, mir davon zu erzählen.

Wer mal einen kleinen Teil Deutschland geografisch kennen lernen möchte, dem empfehle ich den Besuch des Bungsberges verbunden mit der Erkundung von Arnis, dem nördlichsten Punkt, sowie dem Hasselbrack in Hamburg und dem Friedehorstpark in Bremen. Es lohnt sich.

Es war toll und es sind wunderbare Erlebnisse. Mal sehen, was als nächstes kommt.

Ich danke allen für die große moralische Unterstützung und Euer lesendes Interesse an meinen Erlebnissen.

LuSche