Tag 25 - 25.06.2026 - Tag der Missgeschicke
Zeitig früh am Morgen lud ich mein Rad auf den Heckträger meines Autos und machte mich auf Richtung Thüringen. Schon nach kurzer Fahrtzeit fing mein Gehirn an zu arbeiten und stellte fest, dass ich zwei organisatorische Handlungen in meiner Wohnung während meiner Abwesenheit vergessen hatte. Am Abend rief ich meine Tochter an, sie wird es morgen für mich richten. Vielen herzlichen Dank.
Im Laufe des Tages erinnerte ich mich dann ab und an daran, dass ich den ein und den anderen Gegenstand vergessen habe, einzupacken und mitzunehmen. Insgesamt sind mir bisher fünf Teile eingefallen. Und dabei habe ich extra eine Liste, was ich alles eventuell gebrauchen könnte und alle fünf sind dort aufgeführt. Es sollten nicht die letzten kleinen Missgeschicke des Tages bleiben.
Nach nicht allzu langer Fahrzeit erreichte ich auf der A 71 den „Rennsteigtunnel“ (knapp 8 km lang). Das ein oder andere mal bin ich dort schon durchgefahren, aber nicht all zu oft. Gern erinnerte ich mich in dem Moment daran, dass ich 2003 bei einem meiner letzten „Läufe“ vor der Autobahnfreigabe beim sogenannten Tunnellauf dort zu Fuß durchgelaufen war. Danach noch hoch zum Rondell nach Oberhof, abgebogen Richtung Schmücke erreichte ich schnell den dortigen Parkplatz.
Die letzten 3 km legte ich dann auf dem Pedelec über den Rennsteig zurück. Er verläuft an dieser Stelle wunderschön durch den Wald, ist breit und fest, allerdings sehr uneben. Zügig erreichte ich „Plänckners Aussicht“, wo man dem Gipfel von Thüringens höchstem Berg, dem Großen Beerberg, am nahesten kommt. Doch dazu später. Ich radelte erst einmal noch 200 m weiter zum höchsten Punkt auf dem Rennsteig. Zurück an dem kleinen Aussichtsturm genoss ich ausführlich die grandiose Aussicht über Suhl nach Süden bis weit nach Bayern. Der Gipfel des Großen Beerberges liegt noch ein kleines Stückchen bergauf hinter dieser Aussicht. Dort ist allerdings die Kernzone eines Biosphärenreservates und heutzutage Betreten verboten. Das Foto vom Gipfelstein ist noch aus alten früheren Tagen, als man dort noch hindurfte. Kurz nach mir kam ein älterer Herr (ich schätze 75 bis 80 Jahre alt) mit seinem Akku-unterstützen Mountainbike. Natürlich begrüßten wir uns und kamen sofort in ein langes angenehmes Gespräch. Er konnte mir jeden zu sehenden welligen Hügel namentlich nennen und auch sonst noch weitere geografische Details. So gegen Dreiviertel Zehn schaute er auf die Uhr und meinte: „Ich komme zu spät nach Hause, da kann ich mir wieder was anhören“, schwang sich auf sein Rad und schoss los. Noch waren es nur 23 °C und die Luft im Wald sehr gut zu ertragen. So setzte auch ich mich wieder in Bewegung zurück zum Auto, schließlich hatte ich heute noch einiges vor.
Trotz der bisherigen kleinen „Missgeschicke“ war ich frohgelaunt und die äußeren klimatischen Bedingungen noch recht erträglich. So reiste ich weiter Richtung Wasserkuppe. Unterwegs stellte ich fest, dass die Rhön ein wirklich schönes Mittelgebirge ist, welches bisher komplett an mir vorbeigegangen war. Als ich den Parkplatz knapp unterhalb der Wasserkuppe erreichte, lag die Temperatur schon bei 34 °C. Es wurde jetzt ordentlich warm und hilfreich waren die Wälder, die die Luft erträglich erscheinen ließen. Den letzten Kilometer bergauf legte ich wieder mit dem Rad zurück. Die Wasserkuppe ist ein recht kahles großes Hochplateau. Insgesamt hat es bestimmt einen Durchmesser von mindestens einem Kilometer mit insgesamt geschätzt vielleicht nur 20 bis 30 m Höhenunterschied. Auf dem höchsten Punkt steht ein kleiner Gipfelstein, der nur darauf hinweist, dass dies der höchste Punkt des Landkreises Fulda ist. Auf den höchsten Berg von Hessen weist nichts hin. Ein Gipfelbuch gibt es ebenfalls nicht. Rund um den oberen Teil führt ein schöner Wanderweg, von dem aus man 360 Grad Weitsicht über die Wellen der Rhön hat. Ist schon schön. Auf diesem Hochplateau befinden sich ein Segelflugplatz mit mehreren Hangars, ein Segelflugmuseum, ein Model-Flug-Platz, eine Gleitschirm-Absprungstelle, eine Gleitschirmschule, eine ehemalige Radarstation zur Luftraumüberwachung, eine Luftnetz-Messstation, eine Wetterstation mit großer Fläche, mehrere große Funkmasten mit verschiedenen Funktionen, ein Rhön-Informationszentrum, eine Jugendbildungsstätte und mindestens drei Gastwirtschaften. Unterhalb des Plateaus befinden sich hunderte von Parkplätzen. Ich gehe davon aus, dass dieser Berg an guten Wochenendtagen ganz schön überlaufen sein kann.
Bei nun doch deutlicher Hitze begab ich mich auf den letzten Abschnitt meiner heutigen geplanten Reise zum Langenberg in Nordrhein-Westfalen. Durch meine Recherchen weiß ich, dass ich dort mit dem Auto nicht weit rankomme. Der Gipfel liegt in einem großen Waldstück und dann noch sehr weit oben. Das große Gipfelkreuz konnte ich während der Autofahrt schon sehr zeitig sehen und das weit höher als die Straße. Von der Stelle aus, wo ich mein Auto parkte, musste ich noch 5 km zurücklegen bei zu erwartenden knapp 400 Höhenmetern. Es würde also doch einigermaßen steil werden. Nach etwa 2,5 km sehr steil bergauf war die Energie in meinen Muskeln alle, es hatte mir „den Stecker“ gezogen. Die Wärme war durch die gute Luft im Wald nicht das große Problem, ich hatte keinen Vortrieb mehr. Der Vernunft gehorchend drehte ich um und rollte wieder runter zum Auto. Mit diesem Missgeschick muss ich erst einmal leben und mir neue Gedanken machen. Nun war es schon spät am Nachmittag und ich fuhr in mein gebuchtes Hotel. Hier freute ich mich auf das hauseigene Schwimmbecken. Dort kühlte ich mich dann auch sehr gut ab. Leider hatte ich den Ohrstöpsel für mein linkes Ohr, wo kein Wasser hineingelangen soll, oben im Hotelzimmer vergessen – wieder ein Missgeschick.
Jetzt sitze ich im Hotelzimmer und schreibe diesen Bericht. Dabei muss ich feststellen, dass ich vergessen habe, mir an der Rezeption die Zugangsdaten fürs W-Lan geben zu lassen. Ich werde also noch mal zur Rezeption gehen müssen. Ich hoffe, die Serie der Missgeschicke ist diese Nacht zu Ende und es geht morgen ohne weiter. Ein weiteres Missgeschick gab es dann auch noch. Beim Öffnen meines Koffers im Hotelzimmer ging an ihm der Reißverschluss kaputt. Oje.
LuSche


