Tag 19 - 09.05.2026 - Helpter Berge? Helpter Berg?
Nachdem ich eine Nacht in einer etwas preisintensiveren Ferienwohnung in Mittenwalde verbracht hatte, startete ich bei zwar niedrigen Temperaturen aber wunderschönstem Sonnenschein in meine nächste Etappe. Die FeWo war super eingerichtet, hatte zwei Schlafbereiche und war jeden Euro wert. Langsam radelte ich los. Es ging über kleine ruhige Kreis- oder Landstraßen von einem kleinen Ort in den anderen. Dabei verlief die Strecke immer ein wenig wellig, mal leicht aufwärts, mal leicht abwärts. Und dann kam ein separater glatter Radweg über sehr viele Kilometer hinweg immer zwischen Feldern, mal auch kleine Waldstücke, komplett eben und es rollte fast von allein, u. a. vorbei an der Ruine einer alten Mühle und bei mir war nur das Zwitschern der Vögel.

So kam ich dem Gipfel des heutigen Tages schnell näher. Und dann kam das, was kommen musste. Ein raduntauglicher Weg stand mir bevor. Wieder mal sehr uneben, minimal sandig, teilweise mit Kopfsteinpflaster schlechtester Sorte und meiner höchsten Konzentration. Aber ich gelangte in das Waldstück, wo mich mein Gipfel des heutigen Tages erwartete. Ich werde nicht ganz schlau aus den Bezeichnungen für eben diesen. Mal wird er Helpter Berge, mal Helpter Berg und sogar mal Helpter Bergkreuz genannt. Ich habe für mich jetzt entschieden, dass der kleine Höhenzug Helpter Berge heißt und der höchste Punkt darin Helpter Berg. Das Navi findet den Weg mit Helpter Bergkreuz am besten.
Die Wege wurden im Wald schmaler, unebener und weicher. Alle Routenplaner und das Navi meinten auf einer Höhe von 155 m wäre Schluss. Aber der Gipfel sollte doch 179 m hoch sein? Und ja, beides stimmte. Fahrbar mit dem Rad war es bis zu einer Höhe von 155 m. Die letzten 24 Höhenmeter waren auf Grund der Steilheit, eines weichen Trampelpfades mit vielen Wurzeln nur schiebbar. Ich schätze die Länge der zu schiebenden Strecke auf ca. 80 m. Es war mächtig steil.
So kam ich leicht abgekämpft oben an und war wieder einmal tief enttäuscht. Mich empfing ein primitives Gipfelkreuz einzig mit der Angabe der Höhe – kein Hinweis auf den Namen des Berges und kein Hinweis auf Mecklenburg-Vorpommerns höchsten Berg. Das Ambiente, das Flair, die Besonderheit – nicht vorhanden. Ein bisheriges Alleinstellungsmerkmal hatte der Gipfel dann doch. Es gibt ein Gipfelbuch. Ich habe mich ordnungsgemäß eingetragen, heute schon als Zweiter. Vorbereitet war ich sehr gut auf die Angriffe der Insekten. Hatte dieses doch der Verfasser der Beiträge von 2013 schon thematisiert. Vor der direkten Auffahrt hatte ich mich schon gut eingesprüht und dieses oben angekommen sofort reichlich wiederholt. Und was soll ich sagen, sie mieden mich weit umfliegend.
Und dann kam da noch ein weiterer Radler den Anstieg hochgeschoben, nickte kurz, murmelte einen mir unverständlichen Gruß, sprang auf sein Mountainbike und fuhr sofort auf der anderen Seite wieder bergab. Außer einem Trinkrucksack hatte er auch weiter nichts dabei.
Der Rest ist schnell erzählt, den „Steilhang“ wieder runtergeschoben, zwischen Feldern auf einem Plattenweg zur Landstraße vorbei am Helpter Funkturm, der u. a. den MDR und den rbb ausstrahlt, bin ich recht entspannt in der Jugendherberge in Burg Stargard angekommen. Im Laufes des Tages war es auch ordentlich warm geworden. Direkt neben der DJH ist ein Supermarkt. Und da gönne ich mir heute mal ein Wochenendbier. Gleichzeitig mit mir in der Herberge ist ein Gospelchor. Voller Hoffnung sehe ich einem eventuellen kleinen Abendkonzert entgegen????? (Zwinkerchen)
Auf dem Tacho standen dann am Ende des Tages 73,0 km in 3:44 h.
Morgen werde ich gepflegt die Füße hochlegen. Die Arthrose in meinem rechten Knie bereitet mir ein paar Sorgen und benötigt dringend Schonung.
LuSche


