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7. Tag 27.04.2026 - Odyssee am Wurmberg

Es war ein sehr ereignisreicher Tag. Mein Gefühl sagt mir, dass ich es nicht schaffe, mich kurz zu fassen. Der Routenplaner im Google Maps meinte 4,7 km mit dem Fahrrad. Das Navi auf meinem Handy meinte 5,7 km auf der kürzesten von drei Möglichkeiten mit dem Fahrrad. Da ich mein Handy bei mir hatte, folgte ich diesem Weg. Nach knapp drei Kilometern sollte ich einen Weg nehmen, der nicht mal fußwandernd tauglich ist. Ich war in einer Sackgasse. Seht selbst. Also zurück und einen anderen Weg probiert. Zumindest kam ich so an der Rodelbahn Schierke entlang. Der Tacho zeigte schon 5,7 km. Auch dieser ließ sich erst ganz gut an und endete dann in einem sehr ähnlichen Desaster. Nun sah ich nur noch die Möglichkeit, zur Seilbahnstation zu fahren und auf diesem Weg zum Gipfel zu gelangen.

 

Dann kam ich auf der Brockenstraße am Nationalparkhaus Schierke vorbei, wo ein Ranger drinsitzt. Da zeigte der Tacho schon 12,7 km. Ich hielt an, sprach ihn an und erzählte ihm von meinem bisherigen Misslingen. Er bat mich hinein, wir gingen an eine Landkarte des Gebietes und er zeigte mir, wo ich lang fahren solle. Er erklärte mir sehr genau den Weg, nannte mir auch die Wegenamen (welche ich später auf meinem Handy wiederfand)  und wies mich auf wichtige Abzweigepunkte hin. Er meinte, es wären alles recht breite Forstwege, die man gut mit dem Rad fahren könne. Und genau so war es auch. Ich habe zwar eine Abzweigung verpasst, das stellte aber kein Problem dar. Ich stieß auch auf den ehemaligen Kolonnenweg der Grenztruppen, welcher heute die Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bildet.

Ging es bisher zwar bergauf, aber doch insgesamt gemäßigt. Dann folgte am Ende (!) das ganz dicke „Ende“. Ist der Brocken zu beschreiben als ein Gipfel auf einer lang geschwungenen hohen Kurve, ragt der Wurmberg aus dieser Kurve spitz nach oben heraus. So ging es zum Schluss recht heftig steil bergauf, teilweise musste ich längere Strecken schieben oder vorher meine Muskeln mächtig beanspruchen. Ich werde sie heute Abend zum ersten mal spüren. Von der Losfahrt beim Ranger bis oben hin waren es jetzt genau 9,0 km in 45 min. Der Tacho zeigte schon 21,7 km. Auf dem Wurmberg empfing mich als erstes eine Gastronomie, aus der ein hämmernder Bass „wumm, wumm, wumm, wumm …“ dröhnte. Ich mag Musik, aber halt eben Musik.

Im Gegensatz zum Brocken, der nicht viel mehr als ein Gipfel ist und wo Naturschutz und der Erhalt des Ökosystems an erster Stelle stehen, ist der Wurmberg ein Partyberg. Es gibt vier Gastronomiebetriebe, einen künstlichen See mit Springbrunnen (Wasser für die Beschneiungsanlagen), einen Aussichtsturm, ein Streichelgehege, einen Kinderspielplatz und eine extra Bike-Tummelstrecke. Und während der gesamten Zeit, die ich dort oben war, begegnete ich ca. 20 Menschen. Ich trat den Rückweg an und verpasste wieder genau eine Abzweigung. So geriet ich den Weg 1,9 km zu weit, die ich wieder zurückmusste. Dadurch allerdings gelangte ich noch an einen auf Wegweisern ausgeschilderten „Dreieckigen Pfahl“. Was dieser genau darstellt, was es mit ihm auf sich hat, konnte ich nicht klären, außer dass es sich um einen ehemaligen Grenzpfeiler handelt. Dort stand auch kein erklärendes Schild.

Auf dem Weg zurück zur Jugendherberge in Schierke kam ich wieder am Nationalparkhaus in Schierke vorbei. Der besagte Ranger saß immer noch darin. Ich hielt an und bedankte mich ganz dolle bei ihm. Ich sagte ihm, dass ich ohne ihn wahrscheinlich heute nicht den Gipfel des Wurmbergs erreicht hätte. Wir unterhielten uns dann eine ganze Weile wunderbar sympathisch über die Natur, die einigen unbelehrbaren Besucher im Nationalpark und so einiges mehr. Ich erzählte ihm dann, dass ich über meine Erlebnisse Tagesberichte schreibe. Und ich teilte ihm mit, dass ich heute mal den positivsten Menschen des Tages küren möchte. Ich sagte ihm, er sei mein „Mann des Tages“. Er war sehr gerührt, weil er doch meinte, dass genau das doch auch seine Aufgabe wäre. Er möchte sich jetzt auf unserer Homepage über meine Weiterreise und meine Tour regelmäßig informieren. So kam ich nach – laut Tachostand – 35,1 km und 2:32 h wieder in der Jugendherberge an, obwohl ich insgesamt mehr als vier Stunden unterwegs war.

Hier erwartete mich dann nicht viel später das Abendessen. Eine Jugendherberge mit von 7 bis 22 Uhr besetzter Rezeption, im Angebot drei Mahlzeiten und einem Fahrstuhl findet man auch bei weitem nicht überall. Und abends wird warm gekocht. Heute gab es Reis mit Gyros und Grillgemüse. Ich sprach den Koch an und sagte ihm, dass ich ihn tadeln muss. Er schaute irritiert und fragte, was habe ich denn falsch gemacht. Ich klärte ihn auf, er koche zu gut und deshalb esse ich zu viel. Da lachte er herzhaft und antwortete, mit diesem Tadel kann ich umgehen.

So geht der Tag auch langsam zu Ende. Morgen werde ich auf dem gleichen Weg wie am Freitag, nur bergab, wieder zurück nach Thale in die Radelhütte in die Idylle „rollen“.

LuSche