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23.03.2019 - 3. Schweriner Seentrail – LAV-Ausflug nach Mecklenburg-Vorpommern

Nachdem Thomas letztes Jahr von dieser kleinen aber feinen Veranstaltung geschwärmt hatte, brauchte es nicht viele Überredungskünste, Matthias, Ines und mich zur diesjährigen Teilnahme zu überzeugen. Während Thomas und Andreas Wiederholungstäter auf der 61km Runde sein würden, entschieden wir 3 uns für die erstmals angebotene Möglichkeit, diese große Runde als Staffel zu bewältigen. Für unsere Marathon- und Halbmarathonpläne im April erschien uns diese Möglichkeit als optimale Vorbereitung – wir würden einen langen Trainingslauf einfach in die Landeshauptstadt von Mecklenburg – Vorpommern verlagern. Gesagt – getan!

Freitagnachmittag machten wir uns bei herrlichstem Frühlingswetter auf den Weg in den hohen Norden. Im Auto ließen wir uns von Thomas noch einmal den genauen Streckenverlauf erläutern und folgten schließlich auch seinem Vorschlag hinsichtlich der Staffelaufteilung. Da Ines und Matthias nichts gegen Trailanteile und ein paar Hügelchen einzuwenden hatten, übernahmen die beiden den 1. und 3. Streckenabschnitt – ich durfte aufgrund meiner aktuell geringen Laufumfänge den 2. Streckenabschnitt übernehmen. Dieser war laut Beschreibung zwar auch 20-21km lang - würde aber am einfachsten zu laufen sein – schön flach, eben und breite Wege – schnell war somit der Begriff "Bummistrecke" geboren.

Nach einer kurzweiligen Fahrt erreichten wir schließlich Schwerin, bezogen unsere gemütliche Ferienwohnung im Stadtzentrum und schafften es sogar noch zur Abholung der Startunterlagen. Absoluter Hingucker in diesem Jahr – der hellblaue faltbare Silikonbecher für die Getränkeaufnahme an den Verpflegungspunkten. Die Veranstalter haben es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, den Schweriner Seentrail zum nachhaltigsten Sportevent Deutschlands zu machen. Neben der Entrichtung einer Co2-Äquivalente für die Anreise mit dem Auto, auf Recyclingpapier gedruckten Flyern und Plakaten und regionaler Bio – Verpflegung, gab es statt Plastikbechern eben auch genau diesen hübschen Becher. Dieser musste während des Laufes mitgeführt werden, um dann an den Verpflegungsstellen auch mit flüssiger Nahrung versorgt werden zu können. Eine schöne Idee – was jetzt eigentlich nur noch fehlt, ist Laufbekleidung mit passender Tasche – denn das Tragen ums Handgelenk am vorgesehenen Bändchen erschien uns dann doch etwas unpraktisch. Nachdem alle Formalien erledigt waren, blieb schließlich nur noch eins – Carboloading! Schnell war der passende Italiener gefunden und wir füllten die Speicher mit ausreichend Pizza und Nudeln auf, bevor wir gemütlich in unsere Unterkunft zurück schlenderten, in der inzwischen auch Andreas mit seiner Familie eingetroffen war. Noch ein kurzer Smalltalk und schon wurde es ruhig in unserer Ferienwohnung - aufgrund der bevorstehenden Herausforderungen war ausreichend Schlaf zwingende Voraussetzung.

23.3.2019 – 7:00 Uhr - 7°C – und Nebel – von Frühling erst einmal nichts zu sehen. Beim gemeinsamen Frühstück wurde deshalb noch einmal kurz über die richtige Wettkampfkleidung philosophiert bevor wir uns schließlich ins Base-Camp aufmachten. Dieses befand sich wie im vorherigen Jahr in einer etwas in die Jahre gekommenen Turnhalle. Hier herrschte bereits emsiges Treiben und mit unserem Ankommen startete auch schon die Streckenbesprechung. Sehr kurzweilig und mit jeder Menge Anschauungsmaterial, erhielten wir die wichtigsten Hinweise für den heutigen Wettkampf. Dazu gehörte z.B. die Farbe der Streckenausschilderung (rote Pfeile und orange – gelbe Baumwollbändchen), die Beschreibung der Trailabschnitte, die zusätzlich mit Seilen zum abhangeln gesichert waren oder aber auch das Überholverbot auf einem Brett, welches als Brücke über ein Bächlein fungierte. Ein Glück würde ich auf der Bummistrecke unterwegs sein und somit wahrscheinlich als eine der wenigen mit sauberen Schuhen ins Ziel kommen. Nach dieser gute Laune versprühenden Einweisung machte sich das ca. 150 mann – und fraustarke Teilnehmerfeld gemeinsam auf den Weg zum Schweriner Schloss – der sogenannte Kaltstart. Nachdem alle vor dieser tollen Kulisse fürs Startfoto Aufstellung genommen hatten und der Bürgermeister offiziell die Veranstaltung eröffnet hatte, ertönte auch schon die laute Tröte als Zeichen für den „heißen“ Start – die Ultras und ersten Staffelläufer begaben sich auf die Laufstrecke. Matthias und ich blieben mit ein paar wenigen weiteren Staffelläufern zurück – wir hatten noch etwas Zeit, bis uns ein Bustransfer zum 1. Wechselpunkt nach Rampe bringen würde. Diese nutzen wir doch glatt weg für ein koffeinhaltiges Heißgetränk – sehr angenehm bei den leider überhaupt nicht steigenden Außentemperaturen. Um 9 Uhr brachte uns besagter Bus dann auch schon zum 1. Wechselpunkt – unsere Hoffnung, uns im warmen Bus aufhalten zu können, wurde leider nicht erfüllt. Also erst einmal alle verfügbaren Klamotten übereinander gezogen und dann hieß es warten….Da nur 11 Staffeln gestartet waren, war das Teilnehmerfeld vor Ort und somit auch der Gesprächsstoff sehr übersichtlich. Da wir die Strecke nicht kannten, konnten wir auch nur vage Prognosen hinsichtlich Ines Ankunftszeit abgeben – im schlimmsten Fall würde es dann beim Klamottenabschmeißen eben ganz schnell gehen müssen. Nach 1:38h kam endlich etwas Leben in die Wechselstelle – der erste Staffelläufer übergab den Staffelstab. Einige Minuten später erreichten dann auch die ersten Ultraläufer/innen den Verpflegungspunkt – vollkommen entspannt auch unser Thomas und schließlich auch Andreas, der uns Ines 5 Minuten später ankündigte. Es nutzte also nix – warme Klamotten aus – Energie in Flüssigform rein – und zähneklappernd die letzten Minuten auf der Stelle tippeln. Leichtfüßig und mit einem strahlenden Lächeln kam Ines schließlich die Straße hinunter. Ihre verschmutzten Hände und die blutigen Knie tat Ines lässig abwinkend und mit den Worten „Das war eben richtig Trail“ ab – wir wechselten schnell den Zeitchip und schon war ich unterwegs auf der Bummistrecke. War ich froh, dass es endlich losging, denn ich war so richtig schön durchgefroren. Locker flockig startete ich durch - auf schönen breiten Rad – und Wanderwegen, querte zwei Campingplätze und erreichte nach einem kurzen Waldstück den nächsten Verpflegungspunkt. Ich fühlte mich hervorragend – die Beine liefen gut – ich hatte einfach richtig Lust und Freude zu laufen. Der Blick auf die Uhr bestätigte mein gutes Gefühl – ich war mit einer Super – Pace unterwegs, mit der ich nicht im Geringsten für diesen (Trainings)lauf gerechnet hatte. Schnell ein Stück Banane reingeschoben und weiter ging es. Nach 15km traf ich schließlich auf Andreas und wir liefen ein Stück gemeinsam weiter. Wie befürchtet, hatte sich bei ihm ab KM35 der Oberschenkel gemeldet – nach Andis Worten ein unterschwelliger Schmerz, der kein Grund zum Aufgeben war. Trotzdem musste er dann doch noch etwas mehr Tempo rausnehmen und ließ mich allein weiterziehen. Die letzten 3 – 4 Kilometer wurden nochmal zäh. Immer wieder ging es am Ufer hoch und runter, zwischendurch quer über Wiesen und unwegsames Gelände und – natürlich – mit Wind von vorn. Auf diesem Teilstück musste ich tatsächlich dann doch etwas beißen – aber in Begleitung eines Ultraläufers ließ es sich gut aushalten. Schließlich kündigte ein Hinweisschild die nächste Verpflegungsstelle an, so dass mein Teilabschnitt geschafft war und ich den Staffelstab an Matthias übergeben konnte. Wenige Augenblicke später erfuhr ich von Ines, dass sie noch gar nicht mit mir gerechnet hatten – ich hatte also nicht nur mich selbst mit meiner Pace überrascht. Und ein Glück war ich so schnell unterwegs! 5 Minuten später fuhr nämlich schon der Bus zurück zum Ziel - der nächste wäre erst 2h später gefahren – das nenn ich mal Timing! Zurück am Südufer des Pfaffenteiches erreichten wir den überschaubaren und erstaunlich ruhigen Zielbereich – irgendwie schien diese Veranstaltung vollkommen an Schwerin vorbeizugehen. Warm eingepackt und mit heißem Kaffee versorgt, begannen Ines und ich nun zu rechnen, wann unsere Männer so eintreffen müssten. Nach und nach kamen die ersten 33km – Läufer/innen, die schnellste Staffel erreichte das Ziel und dann kamen auch schon in einer unglaublichen Zeit von deutlich unter 5h die ersten 3 Ultraläufer. Thomas war bisher super gut drauf – an den Wechselpunkten erschien er uns locker, entspannt und gut gelaunt. Aber das letzte Stück sollte es mit einem ordentlichen Trailanteil noch einmal in sich haben. Matschiger Untergrund, unwegsames Gelände und umgestürzte Bäume sollten die Ultras an dieser Stelle noch einmal besonders fordern. Doch schließlich kam Thomas in Sichtweite. Er hatte tatsächlich noch einige Mitstreiter eingesammelt und sich auf Platz 4 vorgekämpft. Thomas hatte sich für dieses Mal eine Zielzeit von 5:15h vorgenommen – nach unglaublichen 5:08h überquerte er die Ziellinie. Erschöpft und mit schmerzverzerrtem Gesicht – aber äußerst zufrieden und ich glaube ziemlich überwältigt von seiner eigenen grandiosen Leistung musste Thomas erst mal kurz Platz nehmen, bevor er dann gaaaaanz vorsichtig ins Base – Camp (Turnhalle) wankte, um sich aufzuwärmen und Energie in jeglicher Form zuzuführen. Jetzt hieß es auf Matthias warten. Viele 33km Läufer/innen kamen ins Ziel und wir konnten auch einige Staffelläufer ausmachen. Eigentlich wollte uns Matthias kurz vor seiner Ankunft per Telefon informieren, damit wir dann auch gemeinsam über die Ziellinie laufen konnten – aber das Telefon gab keinen Mucks von sich. Letztendlich war die Info auch gar nicht erforderlich. Wir erkannten Matthias bereits von weitem – und er legte noch einmal einen ordentlichen Endspurt hin. Nachdem er gleich am Anfang bis zum Knöchel im Schlamm verschwunden war und die sonstigen Trailpassagen problemlos bewältigt hatte, legte Matthias ein schnelles Tempo vor. Als dann auch noch die 33km Läufer/innen auf seine Strecke einbogen, war er zusätzlich angespornt und setze einen Überholvorgang nach dem anderen um. Nach 5:21h passierten wir schließlich gemeinsam den Zielbogen und freuten uns nach einem wunderschönen Landschaftslauf über unseren 6. Platz in der Staffelwertung. Jetzt fehlte nur noch Andi. Da wir ihn am zweiten Wechselpunkt nicht mehr zu Gesicht bekommen hatten, mussten wir von einer Zeit um die 6h ausgehen. Oder hatte er doch aufgeben müssen und war in den Bus gestiegen? Eher unwahrscheinlich – dazu hätte er ja dann 2h in der Kälte aushaaren müssen – und eigentlich passte aufgeben auch überhaupt nicht zu Andreas. Endlich kam auch Andi in mein Sichtfeld. In der letzten Kurve schnappte er sich Töchterchen Anna und lief gemeinsam mit ihr nach einem für ihn harten und schmerzhaften Rennen ins Ziel. Und auch wenn Andreas selbst vielleicht nicht so zufrieden war – er hatte nicht aufgegeben und sich unter diesen Bedingungen Platz 43 von insgesamt 105 Finishern auf der 61km Strecke erkämpft  - ich wäre wenn überhaupt Bummelletzte geworden!

Nachdem wir uns alle geduscht und wieder aufgehübscht hatten, trafen wir uns noch einmal im Base – Camp. Hier gab es lecker Suppe, belegte Brötchen und verdammt leckeren Kuchen – wir gönnten uns gleich alles auf einmal! Thomas parkte sich inzwischen auf einer Massagebank, um wenigstens etwas Linderung für seine überstrapazierten Muskeln zu bekommen. Prompt verpasste er natürlich seine Siegerehrung – schließlich war er 1. seiner AK geworden – und nahm seinen Preis (einen ganzen Beutel voll Bio – Brot und Brötchen) erstmals liegend in Empfang.

Und so ging ein kalter und trüber – aber erlebnisreicher und - ja der Veranstalter hat Recht – einmaliger Tag zu Ende! Wir können den Schweriner Seentrail ausdrücklich weiterempfehlen – und eigentlich ist auch für jeden etwas dabei! Und wenn ich den Gesprächen im Auto auf der Rückfahrt richtig gefolgt bin, wird der LAV auch im nächsten Jahr auf der Ultrastrecke stark vertreten sein – es bleibt spannend!

Interesse geweckt? Dann schaut hier: https://www.schweriner-seen-trail.com/

Text: Sabine Hanke
Bild: Matthias Allmich