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10.03.2019 – 27. Halbmarathon Paris - Skizzen einer Laufreise

Berlin, Barcelona, Lissabon, Rom, Prag, Warschau, Sofia, Helsinki, Amsterdam, Riga, Budapest, Wien, Athen, Kopenhagen, Vilnius, Bratislava – und am vergangenen Wochenende war nun Frankreichs Hauptstadt an der Reihe, meine kleine Laufreisensammlung in europäische Hauptstädte und Metropolen zu bereichern. Warum erst jetzt, wird sich der ein oder andere vielleicht fragen. Keine Ahnung – irgendwie stand Paris einfach nicht früher auf meinem Zettel. Dafür aber ein kleiner Laufbericht mit dem Hang zum retrospektiven Durcheinander. Entgegen der üblichen chronologischen Abhandlung eines sportlichen Wochenendes, werden dieses Mal nur fünf Gesichtspunkte grob skizziert. Eine ausführliche Stadtbeschreibung kann HIER entnommen werden. Diese lege ich der geneigten Leserin bzw. dem geneigten Leser zur humorvollen Einstimmung wärmstens ans Herz.

Sichtachsen – Paris hat große Plätze und breite Straßen und davon reichlich. Ob die Champs-Elysees oder der Place de la Concorde, alles scheint hier eine Nummer größer und schöner zu sein. Nicht nur die schieren Ausmaße sind bemerkenswert, sondern die optische Verbindung von epochalen Gebäuden und Monumenten durch prunkvolle Parks und Plätze. Immer wieder machte mich mein langjähriger Lauffreund Gert auf diese Perspektiven aufmerksam und schärfte meinen Blick dafür. Fast scheint es so, dass jeder neue König seinen Vorgänger mit neuen Bauwerken übertreffen musste. Ein Größenwahn, der, die Geschichte zeigt es, in der Französischen Revolution mündete. 

Alarm – fast jeder Laufzeitschrift kann entnommen werden, die unmittelbare Wettkampfvorbereitung ist fast genauso wichtig wie die Trainingswochen vorher. So soll beispielsweise auf ausgedehnte Spaziergänge, ein ausladender Besuch der Marathonmesse vermieden und frühzeitig zu Bett gegangen werden. Das Thema Marathonmesse und die Abholung der Startunterlagen nebst Teilnehmer-Funktionsshirt waren schnell erledigt. Zu einer kleinen Ehrenrunde wurde ich dennoch genötigt, da mein ärztliches Attest über meine Lauffähigkeit noch validiert werden musste. Wie das erfolgte, ist mir durchaus schleierhaft. Ein Stempel mit dem Kürzel „Dr.“ scheint aber wohl zu reichen. Die wichtige Nachtruhe war dann schon eher problematisch. Gerade in der Tiefschlafphase angekommen, schmiss uns der ohrenbetäubende Hausalarm unseres Hotels aus den Federn. Eine nächtliche „Pyjama-Party“ und 5min Adrenalin im Überfluss waren die Folge, ehe der Alarm vorbei war. Der Grund wurde uns bis heute vorenthalten. Überrascht hat uns aber, dass keine Panik im engen Treppenhaus aufgekommen ist. Ein Einschlafen war dann aber freilich nicht sofort wieder möglich.

Nagel-Orakel – Ob kulturelle Laufreise oder Saisonhöhepunkt, im Vorfeld eines Wettkampfs macht sich wohl ein jeder so seine Gedanken, was denn für eine Laufzeit am Ende zu Buche stehen könnte. Auf Grund der notwendigen „Ultralaufschlurferei“ habe ich die letzten Wochen die wichtigen Tempodauerläufe für einen Halbmarathon sträflich vernachlässigt. Für mehr als zwei 5km-Dauerläufe im 4:15er Schnitt hat es einfach nicht gereicht. Ein gepflegter schneller Dauerlauf im 4:30er-Schnitt schien mir daher bis zum Samstagnachmittag die beste Wahl für Paris. Zumal ich auch ein wenig von der Strecke mitbekommen wollte. In einem Messenger postete ich am Abend ein Bild von mir mit Startnummer und Co. Freundliche Wünsche für den Wettkampf und eine mysteriöse Laufzeitprognose von Vereinsmitglied Erik waren die Folge. Dieser rechnete meine Startnummer „5349“ im sexagesimalen System (Das muss er mir mal erläutern…) um und ermittelte eine Endzeit von 1:29:09h. Trotz starker Windböen und anfänglichen Nieselregens wollte ich die ersten 5km entsprechend des Nagel-Orakels anlaufen und dann mal schauen, wie lange es reicht. Als ich auch nach 10km noch im Plan war und die zweite Hälfte durch die grüne Lunge „Bois des Vinscennes“ tendenziell bergab ging, konnte ich einfach nicht anders und zog das Zieltempo durch. Am Ende mit fünf Sekunden Abstand zur prognostizierten Zeit. Mein lieber Erik – da musst Du Dich wohl verrechnet haben!

Nahverkehr – schon in den Reiseführern steht es unmissverständlich geschrieben - die Autofahrt in Paris sollte von Touristen tunlichst vermieden werden. Stattdessen bietet Paris ein engmaschiges U-Bahn-Netz der Extraklasse. Unzählige Linien, manche sogar autonom fahrend und selten mehr als 5min Wartezeit, transportieren die Fahrgäste schnell an jeden Punkt der Stadt. Einmal allerdings ließ die Metro unsere Ausstiegsstation links liegen und fuhr einfach durch. Die Polizei hatte schwerbewaffnet den Place de la Concorde auf Grund der „Gelb-Westen“ abgeriegelt. Auch das scheint zu Paris zu gehören. Ebenso wie zahlreiche Straßenmusiker, die sich fast bei jeder unserer Fahrten unter die Fahrgäste mischten und um Kleingeld baten. Die es noch schlimmer getroffen hatte, campierten in den U-Bahn-Stationen. Im krassen Gegensatz dazu die La Fayette – Galerie. Ein Einkaufstempel, in dem sämtliche Edelmarken vertreten sind. Ein 7-stöckiges Gebäude ist nur den Damen gewidmet, den Herren immerhin fünf Etagen. Im Hinblick auf den Nahverkehr konnten wir auch einen neuen Fortbewegungstrend erleben. E-Scooter stehen und liegen quasi im Verleih an jeder Ecke und sausen auf Straßen und Wegen durch die City. Mal schauen, wann die Teile nach Deutschland schwappen. Der Verkehrsminister arbeitet wohl schon an entsprechenden Regularien.

Eiffel-Turm – das Wahrzeichen Paris´, aber nur eines der vielen Sehenswürdigkeiten, die diese Stadt an der Seine zu bieten hat. Allen kann man bei einer dreitägigen Laufreise natürlich nicht gerecht werden. Vielmehr ist es eine Art Schnelldurchlauf und ein Draufblick. Neben dem Stahlkoloss besuchten wir u.a. Notre Dame, den Louvre und die bekannten Prachtstraßen und Plätze. Aber auch die grünen Inseln der Stadt (u.a. der Bois de Vincennes) haben ihren Reiz und beherbergen meist auch Palais oder Chateaus. Ganz nebenbei lernten wir aber auch abseits der Touristenmagnete ein wenig das alltägliche Leben der Bürger/innen kennen, die uns immer freundlich begegneten und trotz der Hektik einer Großstadt einen recht entspannten Eindruck machten.

Was bleibt nun nach meiner Reise nach Paris zu resümieren? Paris ist in jedem Fall eine Reise wert und lohnt zur (läuferischen) Wiederkehr!

Text/Bild: Thomas Probst