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Tag 22 - 08.06.2026 - Die Reise geht weiter

Heute nun bin ich sehr zeitig Früh zu meiner Nord-Tour aufgebrochen. Nach etwas mehr als fünf Stunden Autofahrt erreichte ich den Fuß des Bungsberges. Hier schnallte ich mein Rad vom Heckträger. Dann fuhr ich den letzten Kilometer hoch auf das Plateau, welches sich „Erlebnis Bungsberg“ nennt. Dort gibt es einen Funkturm, einen Aussichtsturm (Elisabethturm), eine Gastronomie, einen Kleinkinderspielplatz, einen kleinen Wasserlauf (Gletscherrinne) und das Stiftungs-Naturzentrum. Das ist also ein gut ausgebauter Ort zum Verweilen.

Der eigentliche Gipfel befindet sich noch ca. 300 m entfernt von diesem Plateau mitten auf einem grasbewachsenen Hügel. Er ist mit einem Gipfelstein gut markiert. Ansonsten fehlt auch diesem Gipfel jeglicher Hinweis – kein Namensschild, kein Hinweis auf Schleswig‑Holsteins höchsten Berg, kein Gipfelbuch, keine Höhenangabe. Vorhanden sind nur eine kleine sehr niedrige Bank, ein Gipfelstempel, ein mit einer Hecke eingefasster Gipfelstein und ein Abfallkorb.

 

Da ich mit dem Rad unterwegs war, schaute ich mir noch einen in der Nähe gelegenen Waldspielplatz an, bei dem alle Elemente aus Holz beschaffen sind und der Wald selbst in die Spielelemente einbezogen wurde. Ist echt gut gemacht. Hier war gerade ein Schulklasse auf Ausflug mächtig johlend zugange. Ich fuhr zurück zu meinem Auto, lud mein Rad wieder auf und setzte meinen Weg mit dem Auto fort in Richtung der kleinsten Stadt Deutschlands. Unterwegs begegnete mir am Straßenrand ein „kleiner“ Findling und wenige Meter weiter in Kaköhl ein Wegweiser zum Eiszeitmuseum.

Am zeitigen Nachmittag erreichte ich von der Ostseite kommend die Fähre, die mich über die Schlei hinüber nach Arnis bringen sollte. Mit 0,45 km² und wie im Rathaus zu lesen war genau 354 Einwohnern gibt es allerdings auf der einen Seite der Fähre einen Yachthafen, in dem ca. 100 kleinere Boote lagen, und auf der anderen Seite eine große Industrieanlage mit einer Werft. Ansonsten gibt es nur eine einzige Straße (Länge ca. 500 m), ein Café und einen großen kostenpflichtigen Besucher-Parkplatz. Ich bin dann noch ins Rathaus gegangen, wo ich allerdings niemanden antraf. Dort gibt es aber kostenfreie öffentliche Toiletten und ein bemerkenswert interessantes altes Ortsschild. Die Gründung und Stadtwerdung Arnis geht wohl auf frühere Finanz-(Zoll-)streitigkeiten zurück. Auf jeden Fall ist diese Stadt echt niedlich und war von zig Radfahrer-Rentnergruppen übervölkert.

Ich machte mich auf den Weg in mein Quartier in Klanxbüll. Von hier aus möchte ich morgen mit meinem Rad mit dem Zug nach Westerland (Sylt) fahren und dann per Rad die 21 km zum nördlichsten Punkt Deutschlands am Ellenbogen zurücklegen.

LuSche