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08./09.09.2018 - 24 h-Lauf in Bernau – Regeneration ist das neue Zauberwort

Wer sich noch an Volkers Bericht aus dem Vorjahr erinnert, weiß, dass er dort still und heimlich hingefahren war. Und das auch nur, weil sich im Verein keine Staffel mehr zusammen gefunden hatte. Als ich dann davon las, hatte ich ihm gesagt, dass ich doch mitgekommen wäre und ihn betreut hätte. Ich versprach ihm, dass ich ihn 2018 begleiten würde und für eine gute Betreuung sorgen würde. Volker musste nun nur noch ordentlich trainieren. Einige Zeit vor dem heranrückenden Datum nahmen wir dann Kontakt zueinander auf. Volker schrieb mir, dass er fleißig trainieren würde und ich konnte ihm bestätigen, dass ich nach meiner Verletzung wieder soweit auf dem Damm bin, dass ich mein Versprechen einlösen könnte.

So holte ich ihn dann am Samstagmorgen zeitig zu Hause ab und wir fuhren entspannt nach Bernau, wo wir gegen halb Zehn eintrafen. Wir hatten also noch genügend Zeit bis zum Start um 14:00 Uhr. Schnell den Pavillon aufgebaut, die Campingstühle sitzbereit hingestellt, den Bambini-Läufern und Stadtmauerwegläufern zugeschaut, begann die „Regeneration“. Volker meinte, das wäre der wichtigste Teil des Trainings.

Vor dem Start noch die Schlafgelegenheit für die Nacht vorbereitet und Volker holte seine Startnummer ab. Dann wunderte er sich, dass er von anderen mit Namen angesprochen wurde: „Woher kennen die mich?“ Ich sagte ihm, dass sein Name auf der Startnummer stehen würde. Darauf meinte er: „Das hätte ich selbst erst hinterher mitbekommen.“ Als ich ihn dann irgendwann 30 min. vor dem Start fragte, ob er sich ein wenig warm machen würde, meinte er: „Regeneration ist die beste Vorbereitung.“ So näherte sich der Start und auch Volker begab sich langsam in Richtung Startlinie, natürlich völlig regeneriert.

Pünktlich um 14 Uhr begann dann das Abenteuer 24 h-Lauf. Ich jedenfalls bezeichne solch eine „Mission“ als etwas Derartiges. Dazu muss auch noch erwähnt werden, dass Volker alles andere als ein Ultraläufer ist: „Im Training habe ich es geschafft, eine Stunde durchgehend zu laufen.“ Eine Runde durch den Stadtpark von Bernau ist gut 1,615 km lang. Volker wollte sich anstrengen, um möglichst vorsichtig und langsam zu beginnen. Die erste Runde absolvierte er in 10:05 min. – viel zu schnell. Nach einer Stunde meinte er dann zu mir: „Die restlichen Stunden schaffe ich auch noch.“ An seinem Humor scheitert er ganz bestimmt nicht, stellte er doch vor Beginn, als wir regenerierend in unseren Campingstühlen lagen fest, dass wir sehr gut „lästern können“. So nahm die Sache also Volkers Lauf.

Mit im Teilnehmerfeld waren einige „tierische“ Läufer und andere Besondere, wie der „Walking Bear“ oder ein „Französischer Fuchs“.

Sportlich lief Volker erst einmal recht rund und spulte 11 Runden bis zu seiner ersten „Regeneration“ ab. Nach 18 min. Pause legte er wieder los und lief noch mal 8 Runden am Stück, um nun eine „Regeneration“ von 30 min. einzulegen. Zwischendurch hatte ich ihm immer wieder nasse Schwämme gereicht, mit denen er sich erfrischte und Schweiß abwischte. Es kam dann der Moment, als er mir mitteilte, dass er keine Schwämme mehr bräuchte, „sonst würde er erfrieren“. Nach wiederum 11 Runden, es war mittlerweile nachts kurz nach 23 Uhr, beschloss er, sich nun schlafen zu legen.

Hatte ich vorher ein wenig rumgealbert und gemeint, ich würde dafür sorgen, dass Volker 100 km (62 Runden) schaffen würde, hatte ich schon lange vor dem Start mit ihm eher über die Distanz eines Doppelmarathons „verhandelt“, was 53 Runden notwendig macht. Im vergangenen Jahr hatte er am Ende 47 Runden und 75 km zurückgelegt. Mit den 30 Runden bis zur Nachtruhe konnten wir sehr zufrieden sein, hatte sich doch mittlerweile sein „Laufen“ in ein dauerhaftes „Gehen“ verwandelt. Als ich gegen Viertel Vier aufwachte, war die Luftmatratze neben mir leer und Volker teilte mir mit, dass er auf Toilette war und jetzt wieder loslegen würde. Außer einer kurzen 6-minütigen Pause wanderte er nun eisern 15 Runden durch. Zwischendurch teilte er mit, dass er erhebliche Knieschmerzen hätte. Von einem anderen Läufer angesprochen und von seinen Knieschmerzen berichtend, folgte er dessen Rat und legte nach 45 Runden eine „Regeneration“ von 1:11 h ein. Danach meinte er, „Soll ich jetzt etwa hier wieder mitmachen?“

Uns war nun klar, dass 53 Runden nicht mehr zu schaffen waren, es waren „nur“ noch 3 Stunden übrig und Volker wanderte jede Runde jetzt in knapp 30 min. Ich motivierte ihn, dass er noch 2 Runden bis zum Vorjahresergebnis hätte und bei noch 3 Runden besser sein würde als letztes Jahr. So machte er sich gut „regeneriert“ wieder auf die Füße. Nach der 48. Runde wollte ich ihn ein wenig aufmuntern, aber er ging wie selbstverständlich von allein weiter: „Ich höre doch jetzt nicht auf, wo ich in meiner Höchstform bin.“ Und nach der 49. Runde sagte ich zu ihm, dass bei noch einer Runde er 50 hätte und damit auch 80 km. Er meinte: „das habe er schon selbst ausgerechnet“ und ging nun auf seine letzte Runde. Nach genau 23:54 h hatte er diese beendet und da er genügend Puffer hatte, war es mit 33:30 min. zwar die langsamste, aber bestimmt die „schönste“.

1. bis 10. Runde 1:58h
11. bis 20. Runde 2:54h
21. bis 30. Runde 3:34h
31. bis 40. Runde 4:18h
41. bis 50. Runde 4:52h
Pausen 6:24h

Kurz nach Volkers Zieldurchlauf, als wir auf dem Weg zu unserem „Lager“ waren, kamen uns der Erst- (li.) und Zweitplatzierte (re.) des Rennens entgegen, die am Ende genau 2 Runden voneinander trennten (der Zweite hatte nachts mehrere Stunden geschlafen, der Erste nicht) und gestatten mir ein Foto zusammen mit Volker.

Nun hieß es alle Sachen wieder einzuräumen, das Gepäck im Auto zu verstauen, alles Heimfahrtfertig aufzuräumen, dann unbedingt eine schöne Bratwurst zu verdrücken und ohne Ende zu „regenerieren“, was wohl einige Tage in Anspruch nehmen wird: „Die nächsten Trainings bestehen erst mal nur in Regeneration“, meinte Volker. Auch ich werde ein klein wenig „Regeneration“ gut gebrauchen können. So war die Stunde bis zur Siegerehrung schnell vorüber.

Volker hatte genau 50 Runden und damit etwas mehr als 80 km zurückgelegt und konnte damit seinen Vorjahressieg in der AK 60 wiederholen. Kam er ohne Hilfe nicht auf das Siegerpodest herauf, war er um schneller wieder runter und ich hatte keine Gelegenheit, davon ein Foto zu schießen. Dieses holte ich dann am Auto unmittelbar vor der Abfahrt nach.

In Bernau hatte mir Volker noch erzählt, dass er 2015 Mitglied der siegreichen Staffel gewesen war und er so stolz darauf war, dass er lange Zeit die Urkunde zu Hause sichtbar hingelegt hatte, um sich lange daran zu erinnern und sich für jedes neue Training nicht mehr motivieren brauchte. Weiter so! Volker war mein Held des Wochenendes.

Text/Bild: Lutz Schendel


 

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