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07.07.2018 – 54. Sundschwimmen – Schleichende Hallunkin vom Winde verweht

Wie hatte ich es im letzten Jahr so schön formuliert – „Alle guten Dinge sind 3!“ Deshalb hockte ich am 06.01.2018 bereits 10 vor 8 Uhr vor meinem Rechner, denn Punkt 8 würde die Anmeldung für das diesjährige Sundschwimmen eröffnet werden. Pünktlich wie immer war dies auch der Fall. Ganze 3 Minuten später war für mich bereits alles erledigt – ich hatte einen der begehrten Startplätze ergattert. Keine weiteren 15 Minuten später war die Anmeldung bereits wieder geschlossen – die maximale Anzahl von 1000 Teilnehmerplätzen war vergeben – jeder, der sich jetzt noch anmelden wollte, landete „nur“ noch auf der Warteliste. Warum das Sundschwimmen eines der begehrtesten Langstreckenschwimmen ist und, warum ich nun schon zum 3. Mal daran teilnehme, kann ich eigentlich gar nicht richtig erklären. Es ist kalt, nass, anstrengend, weit, windig…..und wahrscheinlich genau deshalb so reizvoll zu denjenigen zu gehören, die es rüber schaffen.

Und in diesem Jahr meinte es sogar mal der Wettergott gut mit uns – und vor allem mit den Zuschauern, die mal wieder zahlreich in die Badeanstalt von Stralsund strömten, um dem Spektakel beizuwohnen. Seit Wochen hatten wir Sommer und auch für dieses Wochenende strahlte die Sonne vom blauen Himmel – nur ein frischer Wind blies einem immer wieder um die Nase – aber das ist an der Ostsee ja quasi normal. Bereits Freitagabend schrieb mir Klaus etwas von 19°C Wassertemperatur und 17 – 27 km/h Gegenwind. Ich blieb jedoch entspannt – klang ja auch erst einmal ganz normal und typisch für den Norden – und entgegnete, dass ich den Weg ja inzwischen kenne und schon nicht verloren gehen würde.

Genauso entspannt fuhr ich schließlich Samstag früh in Begleitung meiner Eltern und meiner Tochter nach Stralsund – schlummerte auf der Rückbank so vor mich hin – das Radio dudelte – ich vernahm mit halbem Ohr die Nachrichten „……witterungsbedingt musste der Start des diesjährigen Sundschwimmens von Altefähr nach Parow verlegt werden…..“ Was hatten die gerade gesagt? Ich konnte es gar nicht richtig glauben. Schnell im Internet recherchiert – tatsächlich! Die Strecke wurde kurzfristig geändert. Erstmalig in der 54 jährigen Geschichte des Sundschwimmens würde es nicht von Altefähr auf Rügen nach Stralsund gehen sondern von Parow an der Küste entlang bis nach Stralsund. Die neue Strecke wurde mit ca. 2,4km ausgewiesen – also auch noch ein Stückchen länger als die originale Streckenführung.

Aber jetzt hieß es erst einmal in Ruhe frühstücken – Start war eh erst 13 Uhr. Anschließend spazierten wir in die Badeanstalt, beobachteten noch den Start des Kindersundschwimmens und vernahmen noch einmal die neue Streckenführung, die kurzfristig aufgrund des starken Nordwestwindes geändert wurde. Komisch – welchen Wind meinten die nur!? Das Wasser sah so ruhig aus und es war auch nicht wirklich etwas zu spüren. Na ja – die werden schon wissen, was sie tun. Jetzt hieß es nur noch schnell Startunterlagen und Restube – der Wasserairbag für den Ernstfall- abholen und noch einmal ausgiebig ausruhen. Die Busse sollten 12:30 Uhr starten – und das auch noch genau in der Straße, in der meine Familie wohnt. Besser geht nicht – ich konnte direkt aus der Sonnenliege in den Bus fallen. Pünktlich standen dann auch 12 Busse wie auf einer Perlenkette aufgereiht die Straße entlang und die Teilnehmer/innen strömten aus allen Richtungen herbei. Wir sahen aufgrund der diesjährigen T – Shirts und Badekappen wie ein gelber Ameisenhaufen aus – die Presse betitelte uns sogar als hunderte von Quietscheentchen. In Polizeibegleitung fuhren wir dann alle gemeinsam zum kleinen Hafen von Parow, wo alle erst einmal ans Wasser stürmten, um sich die örtlichen Begebenheiten anzuschauen. Aufgrund der kurzfristigen Änderung gab es jedoch nicht viel zu sehen. Außer der 2 Kleider – Lkw deutete nicht wirklich etwas darauf hin, dass hier heute das Sundschwimmen stattfinden würde. Letztendlich störte das jedoch niemanden – alle waren mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt und waren bester Laune. Schnell waren alle überflüssigen Klamotten in den Kleiderbeuteln verstaut – überall lag der Geruch von Wärme – oder sonstigen Einreibemitteln in der Luft und schon 15 Minuten später drängte die Menschenmasse ans Wasser. Immer wieder ertönten neben Sommer – Gute – Laune – Musik die Ansagen zum Ablauf und zur verbleibenden Zeit bis zum Start. 5 Minuten vor dem Startschuss durften wir endlich ins Wasser – auch in diesem Jahr hatte man hier ein Absperrband gezogen und zahlreiche Helfer auf Surfbrettern und in Kanus waren an diesem Band entlang postiert, um einen Fehlstart zu vermeiden. Es ging beim Wassereinstieg auch nur schleppend voran, da wir diesmal keinen breiten Strand sondern nur eine schmale asphaltierte Schräge, über die eigentlich sonst Boote ins Wasser gelassen werden, zur Verfügung hatten. Beim Start würden somit also bei weitem nicht alle 1067 nun tatsächlich angemeldeten Teilnehmer/innen im Wasser sein. Da ich aber ziemlich weit vorne stand, konnte ich mich schon einmal an das kühle Nass gewöhnen. Kurz vorher erhielten wir dann auch noch die Ansage, dass wir 18°C Wassertemperatur hatten, was die Sache nicht wirklich einfacher machte. Meine Güte war das kalt! Und ich hasse kaltes Wasser! Ich konnte nicht verhindern, dass mir die Zähne klapperten – aber jetzt gab es nur noch eine Richtung – vorwärts. Kurz vor dem Startschuss war die Funkverbindung nach Stralsund unterbrochen, so dass der Countdown von 10 abwärts dann doch etwas plötzlich und hastig abgehandelt wurde – im Ziel würde ich erfahren, dass wir aufgrund der Funkunterbrechung das Startsignal aus Stralsund verpasst hatten. Auch das einmalig in der Geschichte des Sundschwimmens – das erste Mal kein Fehlstart – sondern ein verspäteter Start.

Ab jetzt war die übliche Waschmaschine im Gange- überall Arme und Beine – jeder versuchte, schnell aus dem Gewühle raus und ins normale Schwimmen rein zu kommen. Es dauerte wieder einmal eine halbe Ewigkeit bis ich mich endlich traute, den Kopf unter Wasser zu tauchen – aber nach 10 Minuten hatte ich dann doch mein Plätzchen im Feld und meinen Rhythmus gefunden. 20 Züge Kraulen – 20 Züge Brustschwimmen – die nächste Boje immer fest im Blick – ich kam gut voran. Aber die Vorhersagen bezüglich des Windes waren tatsächlich nicht übertrieben. Erst hier auf dem Wasser spürte man die Böen mehr als deutlich – sie kamen heftig von der rechten Seite. Jedes Mal wenn ich komplett untertauchte, merkte ich, wie mich die Wellen ein Stückchen nach links schoben. Ständig musste ich also gegenhalten und/oder korrigieren – auf Dauer wurde das echt anstrengend. Irgendwann entschied ich mich deshalb auch, komplett auf Brustschwimmen umzustellen – irgendwie war es so leichter, die Richtung zu halten. Überall um uns herum waren immer wieder Boote, Kanus oder Helfer auf Surfbrettern zu sehen – ich fühlte mich also zu alledem wirklich sicher. Um mich abzulenken, zählte ich weiter fleißig Schwimmzüge und so passierte ich Boje um Boje und erblickte dann endlich auch die vielen Zuschauer, die uns bereits erwarteten. Durch die Windrichtung hörte ich auch schon bald die Stimme des Moderators – weit konnte es jetzt also nicht mehr sein. Noch einmal ein paar kräftige Züge - dann vorsichtig einen Fuß gen Boden – tatsächlich – ich konnte den Grund fühlen - es war geschafft. Langsam richtete ich mich auf und wankte die letzten Meter durchs Wasser bis zum Ausstieg. Bereits im Wasser wurden wir von Helfern begrüßt, die jeden von uns ansprachen, ob es uns gut ginge und auch beim Ausstieg über die Treppe streckten sich uns überall helfende Hände entgegen – einfach klasse! Nach 1 Stunde und länger im Wasser sollte man es wirklich ruhig angehen. Auch ich spürte meinen Kreislauf deutlich und es dauerte ein paar Minuten, bis sich mein Körper wieder an die aufrechte Haltung gewöhnt hatte. Das flauschige gelbe Handtuch, ein Becher heißer Tee und meine mich lautstark begrüßende Familie zauberten aber ganz schnell wieder ein Lächeln in mein Gesicht und die Anstrengung war fast schon wieder vergessen.

Und so endete auch mein dritter Start beim traditionellen und vor allem ältesten Langstreckenschwimmen wieder einmal erfolgreich. Und ja – ich komme gerne wieder!

Und wer noch mehr Daten und Fakten benötigt, kann einfach hier nachschauen.

Text/Bild: Sabine Eckel


 

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