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08.04.2018 - 38. Berliner Halbmarathon - Die drei LAVler schnupperten mal wieder Berliner Laufluft

Neues Jahr – neues Glück – neue Trainingsziele – neue Herausforderungen – aber einer gehört trotz alledem irgendwie immer ins Frühjahr – der Halbmarathon durch die Hauptstadt! Und da Ines und ich uns diesbezüglich mal wieder sehr einig waren, meldeten wir uns bereits wenige Tage nach unserer Teilnahme im letzten Jahr für 2018 an. Erstaunt stellten wir fest, dass die ersten 5000 Startplätze bereits schon wieder verkauft waren – in den Genuss des „Frühbucherrabatts“ sind wir also schon nicht mehr gekommen. Das müssen wir also noch ein bisschen üben. Noch viel wichtiger war aber natürlich ein neuer Trainingsplan. Pünktlich zum Jahresbeginn - nach einer sehr erholsamen (läuferischen) Winterpause - hatte diesen unser Trainer Thomas auch wieder für uns zusammengestellt. Dabei hatte Thomas auch nochmal ordentlich eine Schippe oben drauf getan - sowohl das Ziel als auch die einzelnen Trainingseinheiten waren mehr als ambitioniert. Mein erklärtes Ziel war es von nun an und in den nächsten 12 Wochen so lange wie möglich an Ines dran zu bleiben. Das gelang mal mehr und mal weniger gut – aber selbst in den Situationen „mal weniger gut“ lagen die Trainingszeiten deutlich über denen im Herbst. Eine gemeinsame Leistungsdiagnostik im Januar bestätigte Ines und mir zudem einen super Trainingszustand – den galt es also weiter zu nutzen bzw. auszubauen. Auch in diesem Jahr meisterten wir erfolgreich alle witterungsbedingten Herausforderungen – Eis, Schnee, Wind, Minusgrade – gemeinsam schafften wir jede Hürde. Und auch wenn dann doch aufgrund des nochmaligen späten Wintereinbruches ein Testwettkampf ausfallen musste und ich aufgrund einer Erkältung 2 Wochen zu einer kurzen Pause gezwungen wurde, waren wir Ostern schließlich bereit für den „richtigen“ Auftakt in die Laufsaison. Mit gemischten Gefühlen lasen wir allerdings den Wetterbericht, der genau zum Wochenende des HM eine sprunghafte Wende anzeigte – von einem Tag auf den anderen sollten die Temperaturen vom einstelligen Bereich auf 20°C ansteigen. Eigentlich ein Grund zur Freude, dass es nun endlich Frühling werden würde, aber aufgrund der bisherigen Erfahrungen war – zumindest bei mir – ein mulmiges Gefühl zu spüren.

Inzwischen hatte sich auch herausgestellt, dass unser Klaus vor dem endgültigen Wechsel in die Randonneur – Szene ebenfalls den HM in Berlin absolvieren würde, so dass wir uns natürlich zu einem gemeinsamen Carboloading vor Ort verabredeten. Vorher ging es aber erst noch zur Messe Berlin Vital die Startunterlagen abholen. Dieses Jahr fand die Messe wieder auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof statt. Da ich wie immer bereits am Freitag angereist war und bei meinen Eltern übernachtet hatte, bedeutete dies für mich eine Anfahrt einmal quer durch meine Heimatstadt. Was für ein Spaß! Natürlich war es – wie immer – laut, voll, chaotisch und gefühlt war ich die einzig Normale, die unterwegs war. Herrlich! Auch wenn ich mir nicht mehr vorstellen kann, in Berlin zu leben, genieße ich meine Kurztrips in diese Stadt in vollen Zügen. Ich freute mich regelrecht über jede rote Ampel, denn somit hatte ich Zeit, mich auch einmal umzugucken. Ich erfreute mich sowohl an mir wohlbekannten Dingen und Ecken als auch an den zahlreichen Veränderungen, die inzwischen schon wieder vonstattengegangen sind. Einmal war dann aber selbst ich sprachlos. Nämlich als ich am Mehringdamm eine vollkommen unscheinbare Blechbude mit einer ca. 200m langen Menschenschlange davor entdeckte. Ich musste echt 3x hinschauen- denn in der Blechbude gab es Döner – einfach nur Döner! Wenn ich in der Kaufhalle an der Kasse stehe und ca. 2 Minuten warten muss, brüllt es von hinten schon „Macht doch mal einer ne Kasse auf!“ – und hier warten die Leute 2 Stunden auf nen Döner! In Berlin wohlgemerkt! Wahnsinn!

Nun ja! Wenig später hatte ich schließlich auch das Parkplatzproblem gelöst und traf auf meine beiden Mitstreiter Ines und Klaus. Der größte Ansturm auf die Messe war bereits vorüber so dass wir schnell und problemlos bei der Startnummernausgabe landeten und unsere Unterlagen entgegennehmen konnten. Anschließend verewigten wir uns und den LAV noch an einer riesigen Graffiti – Wand und versorgten uns mit noch fehlenden Utensilien für morgen. Bei mir waren das z.B. herrlich bunte Kompressionsstrümpfe, die bei einigen von uns Schreikrämpfe und Augenkrebs auslösten aber umso mehr – wie ich fand – zu meinem morgigen Outfit passen würden. Anschließend gönnten wir uns -natürlich nach der vorherigen von Klaus erteilten Ausnahmegenehmigung - einen Kaffee und ein riesiges Stück Käsetorte, welches wir genüsslich auf dem Rollfeld in der Sonne einnahmen. Mit dem jetzt deutlich spürbaren Wind, der uns Pappteller, Kuchenkrümel und Servietten um die Ohren wedelte, war auch unser allzeit beliebtes Gesprächsthema in vollem Gange – das Finden von Ausreden, warum es morgen möglicherweise nicht so klappen würde wie geplant. Und die Sonne und der Wind standen dabei ganz hoch im Kurs.

Viel wichtiger war dann jedoch die Frage, wo wir am Abend unsere Kohlenhydratspeicher randvoll machen wollten. An Auswahl mangelte es dabei sicher nicht – aber die bevorzugte italienische Küche sollte möglichst fußläufig von unseren Hotels entfernt liegen – schließlich wollten wir früh essen und ab 20:00 Uhr Bettruhe ausrufen. Der Geheimtipp gleich um die Ecke hatte sich offenbar rumgesprochen – wir hatten keine Chance mehr, einen Tisch zu bekommen. Aber dank Googlemaps war schnell eine Alternative gefunden. 10 Minuten entfernt befand sich ein Italiener mit dem typisch italienischen Namen „Goldener Hahn“ – da mussten wir hin! Ein Tisch war schnell reserviert und nachdem wir alle unser Hotelzimmer bezogen und die Nase gepudert hatten, spazierten wir gemütlich zum besagten Lokal. Der Anblick von außen und ein kurzer Blick nach innen, ließ uns kurz stutzen – aber auch ein kurzes von Ines eingeworfenes „Wollen wir da wirklich rein!?“ hielt uns jetzt nicht mehr ab. Vom ganzen Ambiente und Flair handelte sich um eine richtige Szenekneipe. Als uns der Kellner dann jedoch wenig später die heutigen Speisen auf Italienisch von einer handgeschriebenen Schiefertafel vorlas und mit starkem Akzent versuchte uns zu erklären, um was es sich im Einzelnen handelte, merkten wir, dass das Abendessen etwas ganz besonderes werden würde. Natürlich entschieden wir uns für die Nudelgerichte und aufgrund des großen Hungers auch noch für eine Vorspeise. Die uns anschließend präsentierten Gerichte waren dann teilweise echte Kunstwerke und geschmacklich absolut hervorragend. Einziges Manko – wir hatten noch Hunger! Gab es irgendwo auf dem Rückweg nen Bäcker oder Spätverkauf? Wir waren uns einig, dass wir dringend noch Nachtisch brauchten. Das Ergebnis war dann aber doch sehr ernüchternd. Bei Ines und mir wurde es der Eiweißriegel aus dem Veranstalterbeutel und bei Klaus gab’s alkoholfreies Bier und Eis. Als Abrundung zu diesem spektakulären Abendessen natürlich alles andere als passend.

Am nächsten Morgen genossen wir bereits 7:30 Uhr ein leckeres Frühstück – bis zum Start hatte der Körper somit genug Zeit, alles in die nötige Energie umzuwandeln. Die Sonne strahlte bereits am blauen Himmel – laut Vorhersage würde heute die 20° Gradmarke geknackt werden. Die Kleiderwahl viel damit natürlich besonders leicht. Die 1,4 km von unserem Hotel zum Start – und Zielbereich am Straußberger Platz nutzen wir gleich zum Einlaufen – schnell noch ein paar Übungen aus dem Lauf – ABC und schon wurde es Zeit, die Kleiderbeutel abzugeben und in die Startblocks zu gehen. Inzwischen war es ordentlich voll geworden – die Schlangen an den zahlreichen Dixis waren gefühlt noch länger als sonst und das Vorankommen zu unserem Startblock war diesmal auch mehr als schleppend. Kaum hatten wir unser Plätzchen gefunden, ertönte auch schon die berühmt – berüchtigte Startmelodie, die einem ca. 1 Minute vor dem Start noch einmal ordentliches Bauchkribbeln verschaffte. Nur langsam setzte sich das Feld in Bewegung. Zeit genug, den Blick noch einmal schweifen zu lassen - überall aufgeregte aber auch strahlende Gesichter, schnell noch mal ein Blick auf die Uhr oder das Handy, ein schneller Schnappschuss, Toi – toi – toi – Rufe, Schnürsenkelprüfung, Umarmungen, Küsschen, Hose hochziehen, Winken, Klatschen, das Dauerpiepen der Zeitchips wurde immer lauter – und dann ging es endlich los. Ines bahnte sich sofort ihren Weg durch die Menge und war schon nach wenigen Metern außerhalb meiner Sichtweite. Aber auch ich kam gut ins Rennen – die Strategie war erst einmal Gas geben und das so lange wie möglich durchhalten. Stimmungsvoll wurden wir von zahlreichen Zuschauern begleitet – schnell war die Dauerbaustelle Unter den Linden passiert und das Brandenburger Tor durchquert – Kilometer 2 damit also schon geschafft. Mir war schon jetzt unheimlich heiß – mein Gesicht glühte und der Puls pochte deutlich zu hoch an meinem Hals. Ich war einfach zu schnell unterwegs – das würde ich nicht durchhalten können. Ich beschloss deshalb sofort runterzuschalten und ein Tempo einzulegen, mit dem ich problemlos durchlaufen konnte. Nach 10 Kilometern hatte ich genau dieses dann auch gefunden, hatte im Kopf klar, dass es leider auch dieses Jahr keine neue Bestzeit geben würde und konnte somit die zweite Hälfe des Rennens so richtig genießen. Bewusst nahm ich meine Umgebung wahr, war begeistert von den vielen vielen Zuschauern, klatschte Kinderhände ab, genoss die zahlreichen Trommler und Musikbands und las die vielen teilweise richtig liebevoll gestalteten Plakate, mit denen Zuschauer ihre mitlaufenden Verwandten, Bekannten und/oder Freunde anfeuerten. Zwei einfache Pappschilder sind mir dabei besonders in Erinnerung geblieben, weil ich herzhaft darüber lachen musste. Auf dem einen stand „Na tut´s weh? Selbst schuld!“ und auf dem anderen „Ich habe auch ein Schild“. Köstlich! Auf diese Art und Weise verging die Zeit wie im Fluge – schon war ich am Checkpoint Charly, bei dem die letzten 2 Kilometer angekündigt wurden. Auf diesen 2 Kilometern war dann auch zuschauertechnisch noch einmal richtig was los. Mit lautem Jubeln und Klatschen und Rufen der Namen der Läuferinnen und Läufer wurden wir auf diesem letzten Stück vorangetrieben – da bekam man nach 21 Kilometern doch noch mal kurz Gänsehaut. Überglücklich überquerte ich die Ziellinie, nahm meine Medaille entgegen und schlängelte mich durch den inzwischen sehr vollen Zielbereich. Hier empfing mich dann auch eine äußerst zufriedene Ines, die nach eigenen Aussagen diesmal ganz schön beißen und kämpfen musste und mit einer 1:42:14h erneut ein hervorragendes Ergebnis erreicht hat. Da Klaus im Zielbereich nicht mehr auffindbar war, machten wir uns auch gleich auf den Weg zu unserem zweiten verabredeten Treffpunkt. Dort stand er dann auch – der Klaus – bereits umgezogen – erholt – und uns mit „Da seid ihr ja endlich!“ begrüßend. Kein Wunder – denn Klaus hatte das Ziel bereits nach 1:34:56h erreicht und war auch sichtlich zufrieden. Wie ein Uhrwerk hatte er heute die Kilometer abgespult und eine Durchschnittspace ohne jegliche Schwankungen nach oben oder unten abgeliefert – Respekt und Gratulation!

Somit war ein erlebnisreiches und läuferisch erfolgreiches Wochenende auch schon wieder zu Ende! Es hat einfach mal wieder alles gestimmt – Organisation, Unterkunft, Abendgestaltung, Wetter – alles top! Und das dies offenbar auch viele andere Menschen genauso sehen, zeigen die Zahlen und Fakten – Berlin kann nämlich mit einem neuen Teilnehmerrekord, Zuschauerrekord, Streckenrekord und jeder Menge deutscher Bestzeiten aufwarten!

Und auch wenn ich inzwischen bestimmt schon das 10. Mal an diesem Halbmarathon in Berlin teilgenommen habe, komme ich gerne wieder! (Ines und ich sind übrigens bereits für 2019 angemeldet – und diesmal waren wir tatsächlich unter den ersten 5000!)

Text/Bild: Sabine Eckel


 

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