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08.04.2018 – 13. Bratislava–Marathon – Einer mehr in der Sammlung

Sechzehn, so lautet nunmehr die Anzahl meiner kleinen europäischen Laufreisensammlung. Berlin, Barcelona, Lissabon, Rom, Prag, Warschau, Sofia, Helsinki, Amsterdam, Riga, Budapest, Wien, Athen, Kopenhagen, Vilnius - welche als nächste (Haupt)stadt in der Reihe folgen musste ist ganz klar – Bratislava! Diese Logik erschließt sich der/m Leser/in nicht auf den ersten und schon gar nicht auf dem zweiten Blick. Vielmehr stellt mein aktuelles Reiseziel das Ergebnis einer kleinen winterlichen Recherchearbeit nach Laufveranstaltungen zu europäischen Hauptstädten dar, welche gut und preiswert mit einer kleinen Wochenendreise verbunden werden können.

Am vergangenen Wochenende war es nun soweit und ich reiste mit meinem treuen, leider derzeit marathonunfähigen, Freund Gert in die slowakische Hauptstadt. Recht früh ging es zunächst mit dem IC über Dresden durch das wunderbare Elbtal nach Prag, ehe wir dort in den EC in Richtung Budapest umstiegen. Kleine Mitreisende im Zugabteil sorgten für Kurzweil und Erheiterung und lenkten ein wenig von den nicht immer sehr reizvollen Blicken aus dem Fenster ab. Autozüge und Industriegebäude eines großen Wolfsburger Automobilkonzerns kündigten nach gut 9stündiger Fahrt das Ziel unserer Reise an. Bratislava selbst empfing uns bei recht kühlem und windigem Wetter und mit einem einfachen, eher tristen Bahnhofsgebäude, welches sicherlich kleiner als das hiesige in der Saalestadt ist. Unser ca. 45minütige Fußweg zu unserem Hotel gelang (Dank des Wegfalls der Roaming-Gebühren.) mit der Handynavigation recht problemlos und wir konnten bereits Kontakt zur Stadt und dem städtischen Leben, samt öffentlichen Nahverkehr mit Straßenbahn, O-Bussen und Autos aufnehmen. In unserem schicken Hotel im Stadtzentrum konnten wir dann gut das ein oder andere Schlafdefizit ausgleichen und uns von den Reisestrapazen erholen. Ein kleiner Fußweg durch die City, an der Donau entlang und schon gelangten wir danach zur kleinen Marathonmesse in der Nähe eines Einkaufszentrums, wo bereits zahlreichen Rahmenwettbewerbe und eine gute Organisation zu bestaunen waren. Die Startunterlagen waren schnell besorgt, auf der auf einem Sponsorenauto aufgeklebten Starterliste war mein Name allerdings wohl im Radkasten verschwunden. Ein kurzes abendliches Läufchen auf der Uferpromenade signalisierten danach dem Körper, dass es am Folgetag etwas zu tun gab und ein leckeres Abendbrot mit slowakischer Küche (außerordentlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis) und anschließendem Verdauungsspaziergang rundeten den Anreisetag ab.

Nach, für Marathonverhältnisse langer Nachtruhe, nahmen wir 8 Uhr ein ordentliches Frühstück mit Rührei, Speck und Co. ein und liefen gemütlich um kurz nach 9 Uhr zum Start. Da ich keinerlei sportlich ambitionierte Ziele verfolgte, fielen ein Einlaufen oder die Einnahme elektrolythaltiger Getränke aus. Selbst den Startblock wählte ich eine Reihe weiter hinten, damit ich nicht aus Versehen dem Herdentrieb erliegen würde. Keine großen Reden, dafür aber die Nationalhymne und schon ging es in Wellenstarts für die rund 1.000 Marathonis, 3.000 Halbmarathonis und einige Staffelläufer/innen  los. Sogleich orientierte ich mich an den beiden Zugläufern für 3:45h und folgte diesen im angestrebten Tempo zunächst auf ca. 14 Kilometern aus dem Stadtzentrum, vorbei an schmucklosen Bürogebäuden und Gewerbegebieten hinaus und dann wieder hinein. Anschließend näherte sich das Läuferfeld bei bester Verpflegung, Kilometrierung und Streckensicherung der Altstadt und einigen Stimmungsnestern. Nun querten wir die Donau und liefen durch einen gepflegten Stadtpark, ehe es über den Fluss zurück zum Start- und Zielbereich auf die zweite Runde ging. Gert machte sich, mit sicherlich schmerzendem Läuferherzen, derweil als Sportfotograf verdient, sodass einige schöne Schnappschüsse entstanden. Vielen Dank Gert! Auf der zweiten Runde dünnte sich das Feld merklich aus und nur noch eine Handvoll Läufer folgten den Pacemakern, die ganze fünf Minuten zu schnell unterwegs waren. Sie verfolgten zu meiner Überraschung das Ziel, die Bruttozeit unter 3:45h laufen zu wollen. Nun ja, anderen Länder, andere Sitten ;-) Ich folgte den „Hasen“ und ließ mich auch auf der zweiten Runde mitziehen. Dabei versuchte ich die Reize auf und neben der Strecke aufzunehmen. Bei bestem Sonnenschein und 19°C bekam ich schließlich nach 3:40:51h meine Finisher-Medaille umgehängt und eine Gratulation mit Handschlag zugesprochen.

Nichtstun war danach im Hotel angesagt. Duschen, Beine hoch und mangels Alternativen haben wir uns ein Spiel der österreichischen Fußballbundesliga reingequält. Anschließend folgten das Kulturprogramm und die Suche nach Sehenswürdigkeiten und Hauptstadtflair. Zielsicher lotste uns Gert mit Stadtplan an die bekannte Burg mit tollen Ausblicken auf die Donau mit den großen Flusskreuzfahrtschiffen, den Bootsrestaurants alá Marie Hedwig in groß und den zahlreichen, teils futuristisch anmutenden Brücken. Zahlreiche Kirchen, Botschaftsgebäude, einige größere Plätze mit interessanten Skulpturen, das Rathaus, der Präsidentenpalast, eine umgebaute alte Markthalle und eine Synagoge standen ebenfalls auf unserem Sightseeing-Plan. Alle Punkte waren dabei schnell und einfach fußläufig erreichbar. Das Abendbrot wurde wieder typisch slowakisch, die anschließende Erkundung eines pulsierenden Nachtlebens blieb jedoch erfolglos. Außer ein paar ausländische Männergruppen, die wahrscheinlich die überaus günstigen Getränkepreise lockten und ein paar Bars, Kneipen und Straßencafés, wo man gern auch mal zur Wasserpfeife greift, war für eine Hauptstadt zur besten Tageszeit, bei bestem Wetter einfach nichts los.

Eine jede Laufreise hat leider auch mal ein Ende. Nach einem ausgedehnten Frühstück liefen wir am Montagmorgen gemächlich zum Bahnhof, wo wir erneut in einem EC über Prag und Dresden die Heimreise antraten. Wir blicken zurück auf ein schönes Wochenende in einer Hauptstadt mit Entwicklungspotential, einer super organisierten Laufveranstaltung und tollen Eindrücken von Land und Leuten.

Text/Bild: Thomas Probst


 

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